der asta der fh münster arbeitet intensiv an der vorbereitung der semesterticketurabstimmung, die in der woche vom 11.-15. juni an fünf fh-standorten stattfindet. der fh-asta hat nun eine info-broschüre zur urabstimmung (pdf) herausgegeben, die infos zum semesterticket enthält und als “eine entscheidungshilfe” auf die frage “wollt ihr euer semesterticket auch weiterhin?” dienen soll.
entscheidungshelfend
April 27, 2007 von flow
Veröffentlicht in seti, sozialpolitik, ökologie | 2 Kommentare
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eine wirklich hübsche und recht informative broschüre. und eine propaganda pro überteuertem semesterticket, wie sie die verkehrsbetriebe nicht besser hätten machen können.
so wird erwähnt, daß die angebote von verkehrsbetrieben und studierendenschaften zu beginn der verhandlungen knapp 30 euro auseinanderlagen, abgebildet wird jedoch eine preisentwicklungsgrafik, die belegen soll, wie günstig letztendlich das semesterticket abgeschlossen wurde. wie teuer das semesterticket tatsächlich wird, zeigt diese grafik besser: http://www.asta.ms/aktuelles/seti5.php
erwähnung findet auch das gutachten zum semestereticket, das mit unterstützung von kanpp 15.000 studis im sommer 2006 erstellt wurde. auch die studierenden der fh haben daran teilgenommen. kurz gesagt, ergibt sich aus den erhobenen daten eine preisgrenze von 65 euro, bei der die kollektive zahlungsbereitschaft endet. diese grenze wird bereits im wintersemester 2007/08 überschritten werden. eine zusammenfassung der ergebnisse des gutachtens: http://www.asta.ms/download/SemesterticketAktuell_Nov06_A4.pdf
das gutachten zeigt auch auf, daß die verkehrsbetriebe ab einem preis von 54 euro gewinne mit dem semesterticket machen (im vergleich zu einem szenario ohne semesterticket, bei dem die studis andere tickets kaufen müßten). das entspricht ironischerweise genau dem alten semesterticketpreis vom wintersemester 2006/07.
jetzt sollen die studis also legitimieren, daß das münsteraner provinz-seti zu den teuersten semestertickets in nrw aufschließt. da fehlt nur noch das argument, daß man vom ersparten geld einige hektoliter bier trinken könne (siehe http://www.hopowatch.de/2007/02/19/bierpreisend).
eine übersicht über semestertickets und allgemeine infos bietet auch wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Semesterticket
die berechnungsmodelle für studierende der fh, die in steinfurt studieren und in münster wohnen, sind abenteuerlich und unseriös. wer täglich pendelt, wird wohl kaum einzeltickets kaufen, sondern wochen- oder monatskarten, wer selten fährt vielleicht ein 4er-ticket. ausgaben von über tausend euro pro semester werden dabei nie zusammen kommen.
studierende haben außerdem anspruch auf schüler-abo-tickets, die pro monat 93,80 kosten (preisstufe 6 für ms-st). die maximale ausgabe liegt also bei 469 euro pro semester für diejenigen studierenden, die häufig zwischen ms und st pendeln (oder aus anderen gründen ein ticket preisstufe 6 wollen).
studierende, die in münster wohnen und studieren, tauchen in dieser rechnung gar nicht auf, werden aber trotzdem zur kasse gebeten. sicherlich ist das solidarische semesterticket eine gute einrichtung, aber einige extremfälle heranzuziehen, um damit die unbegründete verteuerung zu legitimieren, wird der sache nicht gerecht. mich erinnert sowas an einen satz eines freundes: “mein opa hat auch geraucht und ist über 80 geworden…”