der asta der uni münster ließ vorgestern in einer pressemitteilung verlauten, dass schon über 3200 stimmen bei der “Logo-Abstimmung” über das neue asta-logo abgegeben wurden. in der studierendenschaft vernimmt mensch jedoch auch immer mehr kritik an dieser “abstimmung”.
das erklärte ziel des asta und der koalition ist, das alte logo abzuschaffen. so waren sich die profilneurosen im asta allerdings darüber uneins, die nun durchgeführte “Logo-Abstimmung” überhaupt zu veranstalten. wenn mensch einmal davon absieht, dass diese abstimmung weder basisdemokratisch ist noch plebiszitären charakter hat, lässt das doch tief auf das parlamentaristische selbstverständnis einiger funktionärInnen bzw. listen blicken.
des weiteren darf mensch sich auch über das ausschreibungsverfahren wundern. so vermuten nicht nur verschwörungstheoretikerInnen von welt, dass die ausschreibung nur pro forma zelebriert wurde und die ausschreibungsgewinnerInnen wie auch das gewinnerlogo schon feststanden und stehen, bevor die chefparlamentaristInnen zur abstimmung bliesen.
manipulierend
dass diese abstimmung nicht ernstzunehmen ist und im zweifel vielleicht von den funktionärInnen selbst nicht ernstgenommen wird (z.b. wenn nicht das erwünschte abstimmungsergebnis eintrifft), liegt sicher auch an der dilletantischen technischen umsetzung.
die onlineumfrage des asta ist ausschließend und manipulierbar. der begriff “Logo-Abstimmung” suggeriert, dass es sich hier um eine (demokratische) wahl handelt. bei dieser abstimmung herrscht jedoch weder gleiche noch geheime noch fälschungssichere wahl.
technisch wird offensichtlich versucht durch speicherung von ip-adressen mehrfachabstimmung zu verhindern. die speicherung von ip-adressen ist datenschutzrechtlich fragwürdig und stellt den grundsatz der geheimen wahl in frage.
durch die speicherung der ip-adressen wird aber auch der grundsatz der gleichen wahl verletzt, da z.b. studierende an einem rechner in den computerpools der uni nicht mehr abstimmen können, sobald an diesem rechner einmal abgestimmt wurde. da es weniger rechner im asta gibt als referentInnen, ist dieses problem sogar im asta aufgetreten und es konnten nicht einmal alle asta-referentInnen an der abstimmung teilnehmen.
trotz der ip-speicherung können mehrfachabstimmungen jedoch nicht verhindert werden, was den grundsatz der fälschungssicherheit dieser “wahl” verletzt.
nachdenkliche hochschulpolitikbeobachterInnen werden sich nun vielleicht fragen:
war das nun alles ein abgekartetes spiel der borg oder der verwirrte versuch von klingonen ein klitzekleines bisschen mehr (basis)demokratie zu wagen?


Naja, was ist dir lieber? Eine Anmeldung mit deiner komplett identifizierbaren Uni Kennung oder eine (zugegebenermaßen leicht umgehbaren) Sperre per IP Adresse, die selbige Adresse nicht speichert? Die IP Adressen werden intern mit einem MD5 Hash verschlüsselt, wodurch der AStA mit den IPs (erstmal) nichts anfangen könnte, wenn er wollte. Wenn man sich über die Protokollierung von IP Adressen aufregt, sollte man sich allerdings auch an die eigene Nase packen. Oder was meinst du, steht in deinen Log Dateien?
Spätestens bei wordpress.com gibts ausführliche Logs mit jedem Furz, den ein User auf deiner Seite macht.
Zum Logo selber:
) sondern über eine Abstimmung über ein Logo. Bei der momentanen Wahlbeteiligung sehe ich persönlich auch das Risiko einer starken Manipulation nicht gegeben. Momentan gibt es eine relativ klare Entscheidung hin zu dem Haus-Logo, eine Manipulation durch mehrfach Abstimmungen wird nicht in so einem großen Maße ausfallen, das es hier noch ins Gewicht fällt.
Ja, es ist nicht alles 100% super gelaufen. Man hätte eine größere Ausschreibung machen sollen, man hätte mehr Leute in den Abstimmungsprozess einbeziehen müssen, usw. usf.
In Anbetracht der Arbeitsbelastung war nur leider nicht viel mehr möglich. Ja, dummerweise wurde da der Schwerpunkt auf so blöde Sachen wie Boykott, Grevenerstr., ULB, Dalai Lama, fzs, etc. gelegt und das Logo “lief so nebenher”. Wahrscheinlich nicht die beste Lösung, aber immer noch besser, als gar keine Mitbestimmung.
Natürlich ist die Wahl nicht fälschungssicher. Wir reden hier aber auch nicht über eine Bundestags- oder StuPa-Wahl (sind ja auch machttechnisch sehr nah beieinander.
@ Hackwar,
diese “besser-als-gar-nichts”-Argumentation halte ich in diesem Zusammenhang (und in vielen anderen Fällen) für sehr gefährlich.
In vielen Ländern werden mit pseudo-Mitbestimmungsmethoden Regierungsformen aufrecht erhalten, die alles andere als “besser-als-gar-nichts” sind. Deshalb macht mich diese Aussage von dir in Bezug auf Wahlen und Mitbestimmung wirklich sauer.
Wenn ich es richtig verstanden habe, so hatte der AStA wenig Zeit für das Logo – in welcher Form auch immer. Allerdings wurde dieses doch von einem extra hierfür angestellten Grafiker entwickelt. Da die Nähe des Grafikers zu bestimmten Gruppierungen in der Verfassten Studierendenschaft augenscheinlich (im wahrsten Sinne des Wortes) sehr nah sein muss, dürfte es diesem auch wiederum nicht zu schwer gefallen sein, sich in die Ziele, Wünsche und dem “Imagewunsch” des AStA der Uni Münster einzufinden.
Aber noch eine andere Frage: In welcher Weise der AStA als Gruppe von Menschen an diesem Arbeitsprozess der Entwicklung eines Logo beteiligt war, der meines Erachtens der zeitaufwendigste ist, erschließt sich mir hierbei nicht. Alles andere kann doch bei einem so produktiven und imagebetonten AStA kein Problem sein… – es sei denn, mensch legt in diesem Fall keinen Wert auf studentische Mitbestimmung.
In diesem Sinne,
Ramona
Übrigens:
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,508395,00.html
Gruß,
JR
also irgendwie scheint der letzte kommentar eher nichts mit der diskussion zu diesem artikel tun zu haben, oder?
Vielleicht wollte Jörg auch nur den studentischen Bezug deutlich machen, um eine PM des AStA rauszuschicken
aha so so – na denn zurück zum thema: demokratie
mir ist immer noch nicht klar, warum hier begrifflichkeiten verwendet werden, die den anschein erwecken, dass es sich hier um eine demokratische “wahl” handelt.
soviel zur scheindemokratie: http://www.asta.ms/download/ovg_demo_a3.pdf oder wie kann ich vor abstimmungsende das neue logo schon für plakate und flyer verwenden?!?! eindeutiges abstimmungsergebnis hin oder her.
@hackwar:
und wieso, wenn man so überlastet ist, halst man sich einen logo-findungs-prozess auf? ich bin wohl auch der meinung, dass der asta andere dinge auf dem schirm haben sollte (über die er sein image aufpolieren kann…)
ansonsten ist es mir ja ziemlich egal, ob einige hoponasen grafikdesigner in ihrem bekanntenkreis haben, aber bei so ner abstimmung hätte ich es ja demokratisch gefunden, wenn man als vierte variante einen eigenvorschlag hätte hochladen können oder zumindest ein textfeld, in dem man verbesserungswünsche und ideen hätte äußern können…
@flowdie
Nein, natürlich ist es keine demokratische, gleiche, geheime und unmittelbare Wahl. Es ist aber die beste Annäherung, die mit den finanziellen und zeitlichen Mitteln möglich war.
Mit einem halben Jahr mehr Zeit hätte man einen großen Wettbewerb ausschreiben und dann im Sommersemester darüber abstimmen lassen können. Mit einem Budget hätte man eine Urabstimmung und eine riesen Bewerbungskampagne machen können und hätte dann mit Wählerverzeichnissen arbeiten können usw.
Fakt ist aber, das es die Zeit nicht gab und nur bei dem Gedanken an das Geld wäre nicht nur der RCDS dem AStA mit dem nackten Arsch ins Gesicht gesprungen, sondern auch hier hätte man gelesen, wie der AStA das Geld mit vollen Händen zum Fenster rauswirft.
Obwohl die Bedingungen nicht ideal waren, gab und gibt es aber gleichzeitig auch einen starken politischen Willen das Logo zu ändern. Nun ist die Abstimmung vorbei und wir haben das neue Logo.
Soweit ich das übrigens zurück verfolgen konnte, gab es damals, vor 14 Jahren, als das aktuelle Logo eingeführt wurde, weder eine Umfrage noch einen Wettbewerb. Damals wurde das Logo einfach “gemacht”.
@hopowatch-leserin
Das Plakat wurde um kurz vor 15:00 Uhr am Freitag, an dem die Wahl beendet sein sollte, hergestellt. Zu dem Zeitpunkt gab es gut 2.100 Stimmen für das Haus und ca. 1.000 weniger für das aktuelle Logo. Um 15:00 Uhr sollte die Abstimmung geschlossen werden.
Ja, da hat sich der AStA bei diesem knappen Zwischenstand erlaubt, das Ergebnis vorweg zu nehmen.
@Martina
wie ich oben schon schrieb: Es gibt einen starken politischen Willen für ein neues Logo, weshalb man das angefangen hat.
Zum Thema Verbesserungswünsche/Ideen/eigene Vorschläge:
Ich finde es selber auch recht schade, das das mit den eigenen Vorschlägen nicht geklappt hat. Darauf hin gearbeitet wurde schon, allerdings hat man dies dann unter dem Zeitdruck verworfen. Verbesserungen und Ideen durften gerne per Mail eingereicht werden. Das stand so auf der Startseite des AStA, in der Mail an alle Studierenden und Bediensteten der Uni und auf der Umfragenseite selber. Natürlich relativiert sich dies etwas dadurch, das die Leute erst bei der Umfrage informiert worden sind. Nothing is perfect.
@hackwar: ich habs leider immer noch nicht verstanden, warum das jetzt so schnell übers knie gebrochen werden musste. ob da nun auf den flyern ein neues oder altes logo drauf ist, ist doch (so möchte ich unterstellen) otto normalstudi ziemlich egal.
und ein “starker politischer wille” bedeutet dann, dass man unausgegorenes produziert um sich (ich unterstelle erneut) wenigstens für die zeit, in der der asta in seiner jetzigen form nicht mehr existiert, ein denkmal zu setzen?
@hackwar: ich hoffe mal, du glaubst nicht selber dran, dass vergleiche mit vor 14 jahren jetzige ereignisse entschuldigen und “demokratischer” machen können…
und vielleicht sollte mensch sich manchmal eher an eigenen politischen ansprüchen (und hier hoffe ich, dass die wenigstens irgendwie vorhanden sind) messen als an vergangenem…
so hässlich ist das logo nun auch wieder nicht, dass man sich so darüber streiten muss, und so viel arbeitet kann die ganze sache ja auch nicht gekostet haben, weil die abstimmung tatsächlich bisken laienhaft war…
ein bisschen (basis)demokratie spielen ist leider genauso sinnfrei wie ein bisschen frieden.
aber mehrfachabstimmen scheint momentan ja ein neuer demokratietrend zu sein.
auch wenn es hier um das image des astas (also dessen hauptarbeitsschwerpunkt – deshalb vielleicht auch die eile?!) geht, ist das hier doch weniger ne ästhetische als mehr ne politische frage.
ob das neue oder alte logo das hübschere ist, ist ne subjektive sache, das muss jeder mit sich selbst ausmachen.
wichtiger ist doch, warum war das überhaupt nötig und wie scheindemokratisch ist der ganze prozess abgelaufen. (in asta-vokabular) also vielleicht um die ästhetik des prozesses.
Naja, der Grund ist genauso subjektiv wie das Aussehen des neuen Logos. Stört mich die Verwechslung mit einem Asia-Laden so sehr, das ich sage, ich will das Logo wechseln? Finde ich dazu noch das alte Logo so blöd, das ich deswegen ein neues Logo haben will? In diesem Falle: Ja.
Mir ist nicht ganz klar, warum der Begriff “Logo-Abstimmung” suggerieren soll, dass es sich um eine demokratische Wahl handelt. Es ist einfach ne simple Abstimmung, deren Ergebnis jetzt diskutiert werden kann.
Meines Erachtens hat die Abstimmung zumindest ein Votum für einen Logo-Wechsel von ASiA zu Häuschen ergeben. Bei einer solchen Abstimmung über das neue Uni-Logo wäre in jedem Fall das gegenteilige Ergebnis herausgekommen, so meine Einschätzung.
wahlterminologisierende begrifflichkeiten:
“Heute schloss das AStA-Homepage-Logo-Wahllokal. Alle Stimmen wurden ausgezählt. Die zukünftige Logografie des AStA der Uni Münster ist nun beschlossene Sache.”
welche stimmen wurden (r)ausgezählt? – die doppelten!?
also das ergebnis wurde ja wohl nicht mehr “diskutiert”, sondern fix in ein plakat gesetzt (siehe kommentar 7 und 9) und eine langjährige koa-forderung ist nun “endlich” durchgesetzt.