der asta der uni münster plant die anschaffung großer mengen proprietärer softwarelizenzen und will sich dies einen vierstelligen eurobetrag kosten lassen. hierfür muss das asta-plenum nur noch einen kleinen antrag durchwinken.
als die studierendenschaft der uni münster noch mitglied im studentischen dachverband fzs war, hat sie vor nicht allzulanger zeit auf einer vertagten fzw-mitgliederversammlung in köln einen antrag mitgetragen, indem sich die verfassten studierendenschaften dazu verpflichteten bevorzugt freie software einzusetzen. über die gründe für den verzicht auf freie software wird in der antragsbegründung leider kein wort verloren.


eine absolute fehlentscheidung, eine völlig unnötige ausgabe und ein weiteres zeichen dafür, daß dieser asta gerne geld für die eigene it-infrastruktur ausgibt, ohne daß es ein konzept dafür gäbe. die umstellung auf opensource-software ist längst möglich und sollte endlich angegangen werden. wenn windows-software dringend benötigt wird, kann sie ja auf einem letzten terminal-server laufen, doch die client-lizenzen (sowohl für den ms-terminal-client wie auch für windows vista bzw. xp) braucht man nun wirklich nicht. wenn es um zukunftssichere datei-formate für dokumente geht, bieten sich derzeit nur zwei an, nämlich odf und pdf, die beide von openoffice (odf bald auch von ms office) sowie vielen linux-kompatiblen anwendungen unterstützt werden. eine linux-distribution ist nicht schwieriger zu bedienen als ein windows-system und dabei viel einfacher zu installieren und zu warten. ein gutes beispiel für eine offene und alternative computer-ausstattung in der uni könnte der asta hier sein, diese chance sollte er nicht leichtfertig vergeben.
zu den adobe-produkten: eine lizenz für “Adobe CLP (EDU) – Creative Suite 3 Design Standard” kostet bei der firma asknet (link auf der homepage des ziv unter “software” ) 197,42 euro für studis und bildungseinrichtungen, enthalten sind indesign, photoshop, illustrator und acrobat professional, also alles, was auf der asta-wunschliste für insgesamt weit höhere preise steht.
jochen, die entschiedung ist noch nicht gefallen, sondern für das nächste asta-plenum geplant.
ist das nicht morgen mittag?
Ja, die AStA-Plena sind immer Dienstags um 10 Uhr. Das mit dem Konzept könnte schwierig werden, Balken im AStA-Häuschendach sind ja wesentlich interessanter.
Aber besser Geld zum Fenster raus werfen, als sinnvolle politische Projekte zu finanzieren. Nachher könnte man ja noch in die Verlegeneheit kommen, sich bei einem der Leute, denen man sonst für gewöhnlich in den Arsch kriecht, rechtfertigen zu müssen.
Flow, spiel doch bitte nicht Bild-Zeitung:
“*der asta* der uni münster *plant* die anschaffung großer mengen proprietärer softwarelizenzen und *will* sich dies einen vierstelligen eurobetrag kosten lassen. hierfür muss das asta-plenum *nur noch* einen kleinen antrag *durchwinken*.”
Nicht jeder Antrag, der von irgendwem gestellt wird, ist auch automatisch schon beschlossen und der AStA ist keine Einzelperson, sondern eine Organisation mit verschiedenen Meinungen und Willen und solange da nichts beschlossen ist, braucht man auch nicht so tun als ob – wie du etwas zu spät auch merkst: “die entschiedung ist noch nicht gefallen, sondern für das nächste asta-plenum geplant”. Aber auch wenn die Antragssteller eine Entscheidung planen mögen, wäre es doch richtiger zu sagen, dass der Antrag für das nächste Plenum eingereicht ist und nicht, dass für das nächste Plenum eine Entscheidung geplant ist.
Richtig kritisieren und verreißen kannst du schließlich, wenn der Antrag zu einem Beschluss geworden ist.
über schreibstil kann mensch ja gerne unterschiedlicher meinung sein, aber die bild ist kein argument sondern ein totschlagargument.
und in sachen soft- und hardware wurde in der vergangenheit aus unterschiedlichsten gründen kaum bis gar nie diskutiert. wir erinnern uns da zum beispiel an die überziehung des inventartitels im letzten jahr. da hat die killerphrase “wir brauchen das aber” ja auch gereicht…
Der Antrag wurde übrigens größtenteil (bis auf die beiden Hardwareposten am Ende) an den Haushaltsausschuss überwiesen. Im Plenum gab es eine längere Diskussion über die Einführung von Linux.
und, wie verlief diese debatte? warum soll der antrag im haushaltsausschuß beraten werden, was soll der haushaltsausschuß dann damit machen? wer soll anschließend darüber abstimmen, vielleicht das sp? und wenn ja, warum? welchen auftrag bzw. welches arbeitsprogramm hat eigentlich der it-referent? gibt sich der asta ein politisch motiviertes it-konzept und ist der it-referent dafür zuständig?
Grundsätzlich würde ich es auch als konsequenter ansehen, wenn der AStA auf freie Software umsteigen würde. Allerdings ist dafür ein stimmiges Konzept und der notwendige Wille notwendig. Dazu gehört auch der Zugriff auf Personen mit entsprechender Erfahrung und entsprechendem Wissen. Machen wir uns nicht vor: Der wirkliche Einsatz von Linux als Serversystem erfordert schon einiges an Wissen. Der eines Windows-Servers auch. Nur bei letzterem ist alles über eine allseits bekannten Oberfläche einstellbar, wodurch sich alle die einmal eine Windows-CD erfolgreich installiert haben zu Freizeitadministratoren aufschwingen können. Dazu kommt ein nicht zu unterschätzender Vorteil – gerade wenn kein “echter” Vollzeitadmin da ist: Funktionierende Funktionen zum Automatischen Update für Server und Client ohne selber irgendwelche “cron jobs” zu schreiben. Das Klicken in der Systemsteuerung bekommt jeder hin
Wie gesagt die Einstiegshürde, danach werden beide System ähnlich komplex in der Verwaltung.
der asta verfügt über einen eigenen vollzeitadministrator, der sicherlich in der lage ist oder durch fortbildung in die lage versetz werden kann (das ziv bietet entsprechende seminare an), die rechner und das netzwerk mit offener software zu betreiben. außerdem gibt es in diesem asta zum ersten mal einen it-referenten, dem doch eigentlich die aufgabe zufallen sollte, ein stimmiges konzept zu erstellen. was macht der überhaupt?
Die Aufwandsentschädigung bekommen
Ne mal ernsthaft: Wenigstens scheint sich jetzt einmal jemand an die Windows-2000-Schätzchen heran zu wagen. Bin mal gespannt was am Ende rauskommt.
Mein Tipp:
Großes Trara über den Umstieg auf freie Software und am Ende werden weiterhin die bekannten Produkte von Microsoft (Word, Excel, PowerPoint) und Adobe (InDesign, Photoshop und Arcobat) eingesetzt. Persönliche Begründung jeweils: “Die freie Alternative kommt mit XY nicht klar und außerdem müsste ich umlernen… Das würde doch nur Zeit kosten.”
Fazit: Entweder man beschliesst das “richtig” und zieht es dann durch oder man lässt es bleiben. Die Stadt München zieht es beispielsweise durch obwohl sich der Umstellungsprozess über Jahre hinzieht. (Am Ende werden auch dort ein paar Windows-Arbeitsplätze vor allem im Bauamt bleiben, da es keinen adäquaten Ersatz für AutoCAD gibt. –> Information auf einem Vortrag über E-Government)
ich stimme dir zu, es braucht endlich einen beschluß, es richtig zu machen. das darf auch ruhig noch ein wenig dauern, denn es gibt gar keine notwendigkeit, ausgerechnet jetzt eine umstellung zu machen, die w2k-rechner laufen noch ganz gut und können alles, was asta-referent/inn/en so brauchen. klar, es könnte hin und wieder komfortabler sein, aber das war’s dann auch schon. der umstieg auf windows xp bringt ja keine echten technischen fortschritte mit sich. wenn man dann aber eine umstellung durchführt, sollte direkt der schritt auf freie software gemacht werden. wer nicht bereit ist, sich damit auseinanderzusetzen, muß ja nicht asta-referent/in werden.
Das kann man auch anders sehen. Man sollte immer die richtige Software für den richtigen Zweck einsetzen. Wenn es ein Windows-Programm nun mal viel besser kann sollte man es auch benutzen. Trotzdem bin ich auch ein Verfechter Freier und Offener Software, aber wenn der Funktionsumfang nicht stimmt, dann ist FOSS keine Alternative.
Außerdem muss man immer noch den Lernaufwand einberechnen. Der Vergleich mit Auto und Motorrad gefällt mir ganz gut: Wer Jahre lang Auto fährt (Windows), der kann nicht sofort und ohne Schwierigkeiten Motorrad fahren (Linux). Aber die Ausrede “ich habe schon immer Windows benutzt” ist und bleibt eine Ausrede.
ps: @Jochen: Und WinXP ist technisch doch besser als Win2k.
Von diesem IT-Referenten (politische) Konzepte zu fordern ist mehr als gewagt.
[...] 17, 2008 von flow der asta der uni münster debattiert immer noch über die anschaffung proprietärer software. auch sollen nun, trotz überweisung in den haushaltsausschuss, schon im vorgriff teile dieser [...]