Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Februar 2007

gastbeitrag von ramona zum binnen-I

in den letzten monaten ließ sich immer wieder feststellen, dass im asta-umfeld und bei sich selbst als „links“ bezeichnenden listen das binnen-i in diversen pressemitteilungen und veröffentlichungen einfach weggelassen wurde. anstatt von dem herausgeberInnengremium zu sprechen oder von studiengebührengegnerInnen (ja, es gibt auch frauen, die gegen studiengebühren sind), wurden bestimmte teile der studierendenschaft aus dem wortschatz der herren hochschulpolitiker einfach ausgeschlossen.

dabei stellt sich natürlich die frage warum dies der fall ist. hierfür gibt es mehrere möglichkeiten:

  1. es gibt einfach keine frauen mehr in der studierendenschaft beziehungsweise in der hochschulpolitik
  2. die profilneurosen der hochschulpolitik haben einfach vergessen, dass es noch so etwas wie eine benachteiligung von frauen in unserer gesellschaft gibt
  3. den profilneurosen der hochschulpolitik sind die grundsätze linker geschlechterpolitik einfach nicht mehr bekannt
  4. die profilneurosen der hochschulpolitik haben beschlossen, dass es keine benachteiligung von frauen mehr in unserer gesellschaft gibt

bezieht mensch sich auf punkt 1. so lässt sich leicht feststellen, dass dieser punkt in keinem fall zutreffen kann. denn wenn mensch die studierendenschaft in münster bertrachtet, so kann mensch mit recht behaupten, dass durchaus noch genug frauen an der uni studieren. ob frauen in gleicher weise in der hochschulpolitik wie unter den studierenden der wwu vertreten sind, möchte die autorin hier allerdings bezweifeln.

bei punkt 2. und 3. kann mensch sich schon nicht mehr so sicher sein. in den letzten monaten und wochen wurden beispielsweise diskussionen im studierendenparlament zur quotierten redeliste geführt, die einem die haare zu berge stehen liessen. selbst die „linken“ listen konnten nicht mehr im sinne einer politik zur gleichstellung der frau in der gesellschaft argumentieren.

soweit bekannt, wurde noch kein antrag im studierendenparlament zu punkt 4. verabschiedet, aber da es sich insgesamt um einen doch recht patriarchal dominierten diskurs handelt, der in der verfassten studierendenschaft diesbezüglich geführt wird (siehe oben), würde es nicht verwundern, wenn in nächster zeit ein solcher antrag seinen platz
auf der tagesordnung des studierendenparlaments finden würde.

Read Full Post »

über zwei ein halb monate nach den wahlen zum studierendenparlament vernimmt die interessierte studentische öffentlichkeit erstmals, dass von seiten verschiedener listen interesse an der asta-bildung besteht. das einzige problem an der sache ist, dass im parlamentarismus meist eine koalition (im hopo-jargon kurz: koa) benötigt wird. über mögliche und möglichst unmögliche koa-konstellationen hat sich hopowatch bereits vor langer zeit gedanken gemacht (siehe koalitionspoker). von profilneurotischer seite blieb es allerdings lange still.

da bricht nun der kleinkrieg zwischen christdemokratInnen und jungsozialdemokratInnen so plötzlich über die studierendenschaft herein wie ein sommergewitter und beschert uns eine flut von (presse-) meldungen, stellungnahmen und gegenstellungnahmen. die jusos reagieren auf den rcds-vorwurf „Juso-Hsg blockiert Asta-Bildung “ mit dem gegenvorwurf, die „Schnarchnasen“ hätten nie zeit für treffen gehabt. ausserdem erklären die jusos weiter, dass „die elementaren inhaltlichen Unterschiede zwischen den Listen unüberwindbar“ sind. unter anderem wird der unverbindliche unvereinbarkeitsbeschluss (siehe unverbindlich) und der studiengebühreneuphoriker in senat (siehe ungebührend) als grund genannt. hier fragt mensch sich natürlich, warum es bei so unvereinbaren politischen programmen so relevant ist, dass der rcds nie zeit für die jusos hatte.

aber auch neben der erbfeindschaft der zwei volksparteinahen listen zeigen sich weitere risse im morschen gebälk der unimünsterschen studierendenschaft, die die frage aufkommen lassen, ob es überhaupt je zu einer tragfähigen koalition kommen wird.

verschiedenen juso-mitteilungen lässt sich entnehmen, dass

  • die uni-gal wegen personalmangel keine lust auf koa hat, einer asta-wahl wohl aber nicht im wege stehen will.
  • das ufafo und die dil gefragt wurden. das ufafo, das an der letzten koa nicht beteiligt war, scheint wieder parlamentarische und koalitionäre interessen zu haben. beide listen haben jedoch auch probleme mit den jungsozialen terminvorschlägen.
  • es zwischen jusos und lsi „unterschiedliche Positionen“ und „doch eine reihe Überschneidungen […] und ähnliche Ansichten“ gibt. die lsi scheint wohl aufgrund ihrer geringen zahl an stupa-sitzen nicht so interessant für neue koa-experimente zu sein
  • attac campus und eine weitere liste nicht erwähnenswert scheinen.

das juso-dominierte stupa-präsidium hat zumindest schon einmal den zeitpunkt der asta-wahl auf den 19.03.07 festgelegt. wenn man nun davon ausgeht, dass noch keine erstzunehmenden sondierungsgespräche oder gar koalitionsverhandlungen stattgefunden haben, ist das ein recht optimistisches ziel.

Read Full Post »

gebührenablehnend

die fachschaft soziologie und institut für soziologie sprechen sich gemeinsam gegen studiengebühren aus. in einem beschluss des institutsvorstandes fordert das institut seine vertreterInnen in den hochschulgremien auf diesem beschluss zu folgen und gegen die einführung von studiengebühren an der uni münster zu stimmen.

der beschluss im wortlaut:

Der Vorstand des Instituts für Soziologie spricht sich gegen Studiengebühren an der Universität Münster aus. Der Vorstand ruft seine Vertreterinnen und Vertreter in den Gremien der akademischen Selbstverwaltung auf sich in diesen gegen Studiengebühren auszusprechen.

ob sich andere institute und fachbereiche dem beschluss anschliessen bleibt abzuwarten. von seiten der fachschaften gibt es weitere stellungnahmen gegen studiengebühren und das verfahren zur einführung derselben an der uni münster.

Read Full Post »

ausschusslos

das studierendenparlament hat auf seiner konstituierenden sitzung gegen ende in einem „heillosen durcheinander“ seine ausschüsse gewählt. dabei wurden ein, zwei asta-referentInnen in den haushaltsausschuss (hha) gewählt und ein asta-mensch ins herausgeberInnengremium (hgg). dass asta-mopeds im haushaltsausschuss §10 (3) und im herausgeberInnengremium §39 (5) der satzung der studierendenschaft widersprechen, schien dabei zunächst niemand weiter gestört zu haben, auch nicht das präsidium.

auch auf den folgenden zwei sitzungen des studierendenparlaments schien man sich des problems nicht bewusst gewesen zu sein. erst auf der vierten sitzung sollte der haushaltsausschuss und das herausgeberInnengremium wieder satzungskonformisiert werden. verwirrend stellt sich allerdings wieder einmal das verfahren dar, mit welchen die ausschüsse umbesetzt wurden. so wird einem auf den juso-internet-seiten erklärt:

Das Herausgebergremium wird komplett neu gewählt, da dies die Satzung auch bei Neubesetzung einer einzelnen Person vorsieht. Das ist nötig, da dem Herausgebergremium keine Angehörigen des AStA angehören dürfen.

dass der hha auch neu besetzt wurde und ob und warum dieser nicht „komplett neu gewählt“ werden musste geht aus der „meldung“ leider nicht hervor.

die gründe, warum asta-referentInnen in den dauerhaften ausschüssen (hha, hgg) nicht mitspielen dürfen, sind unterschiedlich. im herausgeberInnengremium soll die unabhängigkeit der presse (semesterspiegel) von der exekutive (asta) gewährleistet werden. der haushaltsausschuss wiederum hat die aufgabe die finanzgeschäfte (siehe HFG §54 (2) (pdf)) des asta zu kontrollieren. aus dieser logig sollte demnach im semesterticketausschuss auch auch keine asta-seti-referentIn sitzen. aber was ist schon logisch.

parlamentarismuss massen müde machen

Read Full Post »

gebührengierend

die fachbereiche haben ihre wunschlisten an die gebührenkommission übermittelt, die einige wenige ideen enthalten wie durch studiengebühren die „lehre“ an den fachbereichen verbessert werden soll. von einigen fachbereichen wurde an dieser stelle noch einmal die forderung aus dem schreiben der dekane an die rektorin aufgegriffen, dass den fachbereichen 75% des gebührenkuchens zustehen sollte. dies steht im widerspruch zu den plänen des rektorats, das die studiengebühren zentral verwalten will.

als pro-argument für die verwendung der gebühren direkt durch die fachbereiche wird unter anderem das subsidiaritätsprinzip angeführt, also dass die fachbereiche die lehre organisieren und wissen wo was fehlt. nach aussagen von studentischen kommissionsvertretern besteht allerdings die gefahr, dass die gebühren von den fachbereichen unsachgemäss verausgabt werden könnten und die kontrolle über den korrekten einsatz der mittel schwieriger sei, wenn diese nicht zentral verwaltet werden. auch im hinblick auf die wunschzettel scheint den fachbereichen nicht immer bewusst zu sein, wofür sie die gebühren überhaupt verwenden dürfen und wofür nicht.

einige fachbereichswünsche können gar nicht umgesetzt werden, da sie nicht durch studiengebühren finanziert werden dürfen, beispielsweise die einrichtung von stellen, die nicht ausschliesslich mit lehre betraut sind. aber auch bei anderen beispielen muss mensch sich fragen, ob die fachbereiche darüber nachgedacht haben wozu die wunschliste dienen soll. so wird geld für einen nicht-konsekutiven master gefordert, der bereits studiengebühren zwischen 1500 – 2500 euro kosten soll.

unbeteiligt

in einen wenigen fachbereichen wurden die fachschaften direkt in die ausarbeitung der wunschlisten miteinbezogen in vielen nicht. es liegen vereinzelt sondervoten und stellungnahmen von fachschaften vor, die sich auch einmal mehr gegen die einführung von studiengebühren aussprechen.

die studentischen vertreterInnen in der gebührenkommission haben nun gefordert, dass alle fachbereiche stellungnahmen der betroffenen fachschaften zu den fachbereichswunschzetteln nachreichen sollen. allerdings wurde den fachschaften eine sehr enge frist (bis freitag) gesetzt, in derer sie eine stellungnahme abgeben können.

Read Full Post »

akademischer senatismus

im senat werden vor allem von seiten der professorInnen immer wieder begriffe wie „demokratisch, „demokratischer prozess“, „demokratisch gewählt“ und ähnlich euphemistische begriffe für ein gremium benutzt, das nach dem zensuswahlrecht (siehe entdemokratisierdend) zusammengesetzt ist. diese aussagen, die von der presse gerne zitiert werden, sorgen aber eher für eine verschleierung als für eine transparente beschreibung der herrschaftverhältnisse in den entscheidungsgremien der akademischen selbstverwaltung.

hopowatch schlägt deshalb vor, zukünftig auf begriffe, die das wort demokratie enthalten, zu verzichten und stattdessen neugeschaffene formulierungen wie senatistisch, senatistischer prozess, akademischer senatismus, gruppenwahlrechtlich gewählt, etc. zu verwenden, um zu verdeutlichen, dass es systemimmanente unterschiede gibt.

alternativvorschläge zur transparenteren beschreibung der machtverhältnisse werden gerne angenommen und können diskutiert werden.

Read Full Post »

vergesslich

alle vergesslichen menschen seien an dieser stelle noch einmal daran erinnert, dass heute um 18:15 uhr in der brücke (wilmergasse 2-4, raum 106) die nächste (4.) sitzung des studierendenparlaments stattfinden soll. themen sind im prinzip die der 2. und 3. sitzung (siehe geheimnisvöllig und öffentlich), ausser den externen anträgen, die auf der 3. sitzung abgehandelt wurden.

die erste aktuelle anwesenheitsstatistik des 49. studierendenparlaments sieht folgendermassen aus:

Anwesenheit          
    sitze 1. sitzung 2. sitzung 3. sitzung
  beginn   18:25:00 18:15:00 18:15:00
  ende   23:08:00 22:30:00 21:55:00
  attac 1 1 1 1
  dil 1 1 1 1
  uni-gal 5 4 4 2
  us 2 0 2 0
  juso-hsg 9 9 8 8
  lsi 2 2 2 2
  ufafo 3 3 3 1
  rcds 8 8 7 5
   
     
           
anwesenheit ges.   31 28 28 20
anwesenheit %   100,00% 90,32% 90,32% 71,43%

die anwesenheitstoplist nach 3 sitzungen in prozent (bzgl. der gesamtanwesenheit ohne abzug von zuspätkommen und zufrühgehen):

1. lsi, attac, dil (100%)
4. jusos (92,59%)
5. rcds (83,33 %)
6. ufafo (77,78%)
7. gal (66,67%)
8. us (33,33%)

Read Full Post »

die gebührenkommission nimmt fahrt auf und scheint den titel der „am häufigsten tagenden senatskommisssion“ erringen zu wollen. vielleicht will die kommission aber einfach nur möglichst schnell und sicher studiengebühren einführen, schliesslich hat die kommission ja auch den namen „kommission studienbeiträge“ und nicht „kommission zur verbesserung der lehre“.

für die kommende woche wurde zu drei sitzungen geladen:

  • am montag, 12.02.07 um 14:15 uhr im senats-sitzungssaal
  • am mittwoch, 14.02.07, 9:15 uhr im senats-sitzungssaal
  • am freitag, 16.02.07, 9:15 uhr im festsaal

als tagesordnung scheint für alle drei sitzungen dieselbe zu gelten:

TOP 1: beschlussfassung über die tagesordnung
TOP 2: protokoll der letzten sitzung
TOP 3: bedarfserhebung
TOP 4: optimierungsmöglichkeiten bei der auslastung der fächer
TOP 5: planung der weiteren arbeit
TOP 6: verschiedenes

die üblicherweise geltenden ladungsfristen scheint der senat dieser kommission auch erlassen zu haben.

in den vergangen tagen gingen bei den kommissionsmitgliedern bergeweise unterlagen ein, die gelesen, verstanden und auf ihre glaubwürdigkeit und plausibilität überprüft werden müssten.

ob es auf der gebührenautobahn eine geschwindigkeitsbegrenzung geben sollte?

Read Full Post »

diskussionsarm

auf der letzten senatssitzung am vergangenen mittwoch ging es offiziell nicht um studiengebühren. deshalb empfahlen auch mehrere hopolitkerInnen, nicht dagegen zu demonstrieren (siehe doppelstrategierig). der termin der sitzung wurde auch nicht auf den asta-seiten veröffentlicht und ging auch nicht über die relevanten verteiler der verfassten studierendenschaft. in der öffentlichen senatssitzung selbst wurde dann, vor wenig interessierter öffentlichkeit, doch über studiengebühren und die studiproteste in münster und handorf geredet. ob bei den themen von diskussion gesprochen werden darf ist allerdings fraglich.

beim tagesordnungspunkt „bericht der rektorin“ wurde berichtet, dass das che eine studie zu studiengebühren durchgeführt hat und darin bei der umsetzung der gebühreneinführung kritisiert, dass die verwendung der gebühren meist noch nicht festgelegt ist und die gebühren daruch auch nicht zeitnah zu ihrer erhebung verausgabt werden. der vorsitzende der landesrektorenkonferenz (lrk) hat sich gegen die daraus resultierende forderung der landesregierung verwehrt, die gebühren zeitnah zur verbesserung der lehre einzusetzen. zum bericht der rektorin gab es keine nachfragen.

mit einer halben woche verspätung reicht der asta nun in einer pressemitteilung argumente und gegenreden nach, die in der recht einseitigen diskussion im senat „vergessen“ wurden. auf der senatssitzung trug der asta-vorsitzende eine stellungnahme vor, die als gegendarstellung auf den bericht des senatsvorsitzenden gedacht war, um in der darauf folgenden diskussion zu mehreren punkten auf die angriffe von senatorInnen auf den asta nicht zu reagieren. auch die mehrzahl der studentischen senatorInnen glänzte in dieser diskussion eher durch schweigen.

Read Full Post »

in handorf gab es einen kleinen aufschrei als ein mitglied des rektorats hinter dem zaun erklärte, dass bildung eine dienstleistung und kein grundrecht sei und dass der reizgaseinsatz der polizei wohl schon in ordnung gehe. weiterhin sieht sich rektorat und senatsvorsitz im recht, die sitzung in einer demokratiefreien zone unter massivem polizeischutz abgehalten zu haben und billigt dadurch im nachhinein den gewaltätigen einsatz der polizei gegen friedliche demonstrantInnen (siehe desinformativ).

es scheint ja momentan im trend zu liegen sich durch barrikaden vor demonstrantInnen zu „schützen“, wie zum beispiel dieses wochenende auf der sicherheitskonferenz in münchen und im sommer auf dem g8-gipfel in heiligendamm (siehe umzäunte demokratie). nun hat es sich der chef der sicherheitskonferenz nicht nehmen lassen (im radio (rm)) seine meinung zu demonstrationen zu verkünden:

Es ist die Tragik jeder Demokratie, dass bei uns jeder seine Meinung öffentlich vertreten kann und dass man politisch Verantwortliche in einer Demokratie schützen muss. In Diktaturen würde so etwas nicht passieren.

nun ist die akademische selbstverwaltung ja bekanntlich keine echte demokratie (siehe entdemokratisierend und eine kleine geschichte aus münster), aber es stellt sich auch hier die frage wer hier mit welchen aussagen welches demokratieverständnis wie zum ausdruck bringt.

Read Full Post »

« Newer Posts - Older Posts »