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Archive for August 2007

an dieser stelle sei noch auf einen interessanten artikel auf den nachdenkseiten aus der hopowatchurlaubszeit verwiesen. Wolfgang Lieb analysiert einen faz-zeitungsartikel, in dem frankfurter jura-professorInnen „mit harscher Kritik an der hessischen Hochschulpolitik“ auf sich aufmerksam machen wollen.

die harschen juristInnen kritisieren offenbar (fast) alle neuen „unternehmerischen“ elemente der gegenwärtigen hochschulpolitik. es bietet sich ein recht guter überblick über diese neuen marktradikalen elemente der hochschule von heute, morgen und übermorgen:

die aushungerung der universitären grundversorgung bei totaler drittmittelfixierung:

Es bestehe außerdem die Gefahr, dass Projekte nur in Angriff genommen würden, um sich eine karge Grundausstattung zu erhalten. Private Drittmittel seien nur akzeptabel, wenn damit nicht gleichzeitig Forschungslenkung verbunden sei oder Gegenleistungen erwartet würden. […] Angesichts der Finanzknappheit sei im Fachbereich Rechtswissenschaft an der Uni Frankfurt „produktive, freie Wissenschaft und Lehre…nicht zu gewährleisten.“

die hierarchischen „Governance“-strukturen:

Hierarchische Strukturen innerhalb der Universitäten verstärkten die Schieflage: „Der Wissenschaftsbetrieb ist aber kein Befehlsprodukt entscheidungsfroher Präsidenten und Dekane, sondern ein dezentraler Suchprozess hochqualifizierter Individuen“, wissenschaftliche Leistung lasse sich nicht obrigkeitlich anordnen.

die unternehmensähnlichen undemokratischen gebilde der hochschulräte:

Sie übten ohne universitäre Sachkompetenz eine Aufsichtsratsfunktion aus: „Hier werden externe Bewertungskriterien eingeführt, die mit dem Prozess universitärer Forschung und Lehre nichts zu tun haben“

die immer weiter um sich greifende pseudoobjektive evaluitis:

Leistungskriterien, also eine bürokratische Quantifzierung von Qualität, als Maßstab für eine leistungsgerechte Besoldung begünstige Opportunismus und trügen nichts zur Qualität von Forschung und Lehre bei. Das führe zum Gegenteil autonomer wissenschaftlicher Persönlichkeitsbildung.

die nachdenkseiten wundern sich darüber, dass die jura-professorInnen die umdefinition des freiheitsbegriffs der freiheit von forschung und lehre hin zu einer „unternehmerischen“ freiheit kritisieren, während andere, tendenziell weniger konservative professorInnen, aktiv an diesem umbau und ihrer entdemokratisierenden selbstentmachtung eifrig mitarbeiten.

darüber hinaus wundern sie sich über die späte einsicht dieser professorInnen, die den ausverkauf ihrer hochschulen in anderen teilen, wie beispielsweise die umwidmung in eine stiftungsuni, offenbar kritiklos mittragen. aber das kommentarlose mittragen solcher entscheidungen liegt wiederum auch voll im trend.

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am montag, 20.08. findet um 18 uhr im f9 (f-haus) die nächste (21.) sitzung des studierendenparlaments statt. auf der sitzung gibt es wenig neue themen und bislang auch wenige informationen.

es wird weiterhin über einen satzungsänderungsantrag zum wahlverfahren bei den ausschusswahlen diskutiert ohne dabei das wahlverfahren bei den wahlen zum studierendenparlament in frage zu stellen. unterdessen wird eine weitere satzungsänderung aufgrund neuer fachschaften notwendig.

die neue hochschulgruppe „Die Laizisten“ (die hopowatch-urlaubsvertretung berichtete) beantragt die aufnahme in die matrikel der uni münster. ein konkreter antrag liegt dem studierendenparlament offenbar nicht vor.

es liegt ein antrag des asta-frauenreferats der uni münster vor. leider ist dieser antrag auf den seiten des studierendenparlament falsch verlinkt und deshalb nicht herunterladbar. hopowatch vermutet, dass es sich bei dem antrag um einen finanzantrag für das gemeinschafts-projekt „Handeln für mich“ der frauenforschungsstelle münster, der asta-frauenreferate von uni und fh und der gleichstellungsbeauftragten der uni handeln könnte.

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in einem interview mit telepolis erklärt christoph butterwegge welche gefahren für die demokratie in der immer stärker zunehmenden „Privatisierung des Wohlfahrstaats“ stecken und was die verschacherung von hochschulen, stadtwerken und gefängnissen so bedeutet:

Der Neoliberalismus gefährdet die Demokratie und das Gemeinwesen, sagt Christoph Butterwegge, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Köln. Der 56-Jährige ist Mitautor des Mitte August erscheinenden Buches „Kritik des Neoliberalismus“, in dem Butterwegge zusammen mit einer Sozialwissenschaftlerin und einem Ökonomen Grundlagen, Theorien und geschichtliche Hintergründe des „Marktradikalismus“ analysiert. Dabei werden auch unterschiedliche Denkschulen und die Widersprüche einer Wirtschaftsform der „Umverteilung von unten nach oben“ dargestellt. Telepolis sprach mit Butterwegge.

entsenatierend

die entdemokratisierung im hochschulwesen kritisieren auch die grünen in nrw, die sich die mühe gemacht haben einen änderungsantrag zum hochschulfreiheitsgesetz in den landtag einzubringen. die grünen wollen den hochschul-senaten teile ihrer macht, die sie an die hochschulräte abtreten mussten, wieder zurückgegeben. damit wollen die grünen die „Handlungsfähigkeit der Hochschulen wieder herstellen“ und lassen weiter verbreiten:

Der Grüne Gesetzentwurf sieht auch vor, dass die Hochschulleitung zukünftig wieder vom Senat gewählt wird, der als demokratisch gewähltes Gremium die Interessen aller Gruppen an den Hochschulen vertritt. Darüber hinaus soll nicht mehr der Hochschulrat, sondern vielmehr wieder das Ministerium Dienstvorgesetzter der hauptamtlichen Mitglieder der Hochschulleitung sein.

ein lobenswerter schritt der totalen entdemokratisierung an den nrw-hochschulen entgegenzuwirken. dennoch sollte an dieser stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass der senat kein demokratisch gewähltes gremium ist. hierzu sei auf folgende artikel verwiesen, die sich mit dem unterschied zwischen akademischem senatismus und demokratie beschäftigen:

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gesundheitsbelastend [update]

da die nachfrage nach informationen zu diesem thema momentan sehr hoch ist, wurden im folgenden ein paar aktualisierte informationen zum gesundheitsbelastenden pcb-fall an der uni münster zusammengetragen.

raumumverteilend

die mz zitiert einen uni-verantwortlichen zur dauer der sanierungsmaßnahme:

Reinhard Greshake, Dezernent für Gebäudemanagement und Arbeitsschutz der Uni, rechnet mit einer mindestens einjährigen Sperrung. Das Institut für Landschaftsökologie wird auf andere Standorte verteilt.

auch die anderen institute müssen raumengpässe überwinden und räume bzw. arbeitsplätze umverteilen.

lehrbeeinträchtigend

die sperrung bedeutet, dass – neben der forschung und verwaltung – auch die lehre stark beeinträchtigt sein wird. zwei computerpools (cip b und cip c) und ein paar seminarräume liegen in der sperrzone. an der umbelegung der lehrveranstaltungen, die im kommenden semester in den cip-pools stattfinden, wird bereits intensiv gearbeitet.

grenzwertüberschreitend

unbestätigten informationen zufolge soll der spitzenwert der pcb-belastung bei 6000 ng pro kubikmeter liegen. der vorsorgewert liegt bei 300 ng der grenzwert bei 3000 ng. die pcb-richtlinie nrw bewertet die pcb-belastung folgendermaßen:

  • Raumluftkonzentrationen unter 300 ng PCB/m³ Luft sind als langfristig tolerabel anzusehen (Vorsorgewert).
  • Bei Raumluftkonzentrationen zwischen 300 und 3000 ng PCB/m³ Luft ist die Quelle der Raumluftverunreinigung aufzuspüren und unter Beachtung der Verhältnismäßigkeit mittelfristig zu beseitigen. Zwischenzeitlich ist durch regelmäßiges Lüften sowie gründliche Reinigung und Entstaubung der Räume eine Verminderung der PCB-Konzentration anzustreben. Der Zielwert liegt bei weniger als 300 ng PCB/m³ Luft (Sanierungsleitwert),
  • Bei Raumluftkonzentrationen oberhalb von 3000 ng PCB/m³ Luft sind akute Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen (Interventionswert für Sofortmaßnahmen). Bei entsprechenden Befunden sollen unverzüglich Kontrollanalysen durchgeführt werden. Bei Bestätigung des Wertes sind in Abhängigkeit von der Belastung zur Vermeidung gesundheitlicher Risiken in diesen Räumen unverzüglich Maßnahmen zur Verringerung der Raumluftkonzentrationen von PCB zu ergreifen. Der Zielwert liegt auch hier bei weniger als 300 ng PCB/m³ Luft.

lesetip: PCB in Gebäuden – nutzerleitfaden vom landesinstitut für bauwesen nrw

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das studienkolleg der uni münster ist – wie alle studienkollegs in nrw – von der schließung bedroht. die frisch gegründete fachschaft des studienkollegs der uni münster wehrt sich mit einer unterschriftenaktion gegen die pläne der nrw-landesregierung.

bis kommenden dienstag will die fachschaft unterschriften gegen die drohende schließung des studienkollegs sammeln und der landesregierung vorlegen. menschen, die die initiative unterstützen wollen, können im uni-asta unterschriftenlisten abholen oder herunterladen. die ausgefüllten listen können dann wieder beim asta abgegeben werden.

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gesundheitsbelastend

pcb-fund in uni-gebäude

in einem gebäude der uni münster wurden im zuge von sanierungsmaßnahmen erhöhte belastungen von pcb (polychlorierte biphenyle) festgestellt. der halbe gebäudekomplex wird um 13 uhr versiegelt und darf nicht mehr betreten werden.

aufgrund der extrem hohen konzentration war die uni zu sofortmaßnahmen gewungen:

Im Gebäude Robert-Koch-Strasse 26 wurden teilweise PCB-Konzentrationen von mehr als 3000 ng/Kubikmeter Raumluft gemessen, diese Konzentrationen erfordern sofortiges Handeln. In enger Abstimmung mit der Universität Münster wurde daher gestern abend (14. August 2007) entschieden, den Gebäudeteil Robert-Koch-Straße 26 zu sperren. Die circa 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden heute vormittag (15. August 2007) gemeinsam vom BLB NRW, der Universität Münster und dem arbeitsmedizinischen Dienst informiert und werden bis auf weiteres in anderen Universitäts-Gebäuden untergebracht.

nun sind weitere messungen und analysen nötig, aufgrund derer über ein sanierungskonzept entschieden werden muss. über die konkreten maßnahmen und die dauer der sanierungsarbeiten will die uni zum gegenwärtigen zeitpunkt noch keine aussagen machen.

die andere hälfte des gebäudes darf „unter Auflagen“ weitergenutzt werden:

Der Gebäudeteil Nr. 28 ist bis auf einen Lagerraum gering belastet und darf unter Auflagen weitergenutzt werden. Dieser Lagerraum wurde ebenfalls heute morgen gesperrt.

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an der uni marburg wurden nach berichten von uebergebuehr ausweiskontrollen in zahlreichen veranstaltungen eingeführt. ziel dieser kontrollen ist die kontrolle, ob die studierenden sich ordentlich zurückgemeldet haben, also ob sie zum ersten mal brav ihre studiengebühren abgeführt haben.

nach bewussten fehlinformationen vieler rektorate über sofortige exmatrikulationen für gebührenboykottierende und klagewillige studierende wollen die hochschulen nun wohl gebührenfakten mit allen mitteln schaffen. das beliebte politische druckmittel der ausweiskontrolle wird hier offenbar dazu verwendet, um zahlungsunwille studierende davon abzuhalten von ihrem recht auf widerspruch und klage gegen die landesverfassungsbedenklichen hessischen studiengebühren einzulegen.

zugangsberechtigend

doch auch in münster scheint mensch sich auf drehkreuze an den hörsaaltüren einrichten zu müssen. so findet sich an einem hörsaal der uni münster folgender anschlag:

Zur Überprüfung der Zugangsberechtigung bitten wir sie ihren gültigen Studierendenausweis bereitzuhalten!

die genauen hintergründe sowie die verantwortlichen dieser neuen (?!) „bestimmung“ sind nicht bekannt.

studierendenausweis bereithaltenstudierendenausweis bereithalten

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