Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for Februar 2008

der senat der uni münster soll am kommenden mittwoch einen hochschulrat wählen. die kandidatInnen für den hochschulrat sollen offenbar bis zur sitzung geheim gehalten werden und so soll der senat seine entmachtung per tischvorlage abnicken.

mit diesem beschluss soll die politik der uni und des rektorats fortan von einem intransparenten und undemokratischen konstrukt mit dem namen hochschulrat legitimiert werden und nicht mehr wie bisher von einem semi-demokratischen akademischen senat.

geheimniskrämernd

in der einladung zur nächsten senatssitzung findet sich weit hinten auf der tagesordnung – ein wenig versteckt – folgender tagesordnungspunkt:

Beschlussfassung über den Vorschlag des Auswahlgremiums für den Hochschulrat zur Besetzung des Hochschulrats gem. §21 Abs. 4 Hochschulgesetz (Tischvorlage)

das hochschulgesetz nrw, das vorgibt die hochschulen befreien zu wollen, regelt im §21 den neu geschaffenen hochschulrat und die wahl dieses im geheimen tagenden bundes:

(4) Zur Auswahl der Mitglieder des Hochschulrats wird ein Auswahlgremium gebildet, dem zwei Vertreterinnen oder Vertreter des Senats, die nicht dem Präsidium angehören, zwei Vertreterinnen oder Vertreter des bisherigen Hochschulrats und eine Vertreterin oder ein Vertreter des Landes mit zwei Stimmen angehören. Das Auswahlgremium erarbeitet einvernehmlich eine Liste. Lässt sich im Gremium kein Einvernehmen über eine Liste erzielen, unterbreiten die Vertreterinnen oder Vertreter des Senats und die Vertreterin oder der Vertreter des Landes dem Gremium eigene Vorschläge für jeweils die Hälfte der Mitglieder. Das Auswahlgremium beschließt sodann die Liste mit der Mehrheit von zwei Dritteln seiner Stimmen. Die Liste insgesamt bedarf der Bestätigung durch den Senat mit Stimmenmehrheit sowie sodann der Zustimmung durch das Ministerium. Im Falle des Rücktritts oder der sonstigen Beendigung der Funktion eines Mitglieds des Hochschulrates gelten für die Auswahl des ihm nachfolgenden Mitglieds die Sätze 1 bis 5 entsprechend.

da nur eine einfache mehrheit im senat notwendig ist, um den hochschulrat zu ermächtigen und in amt und würden zu hieven, könnte die professorale mehrheit den hochschulrat doch einfach durchsetzen. und so scheint die geheimniskrämerei nur nachvollziehbar, wenn das mit der einfachen mehrheit nicht so einfach wird.

je länger die namen geheim gehalten werden können, desto schwerer kann eine breite oder gar öffentliche diskussion über die kandidatInnen erfolgen. der senat soll die kandidatInnen wohl nach dem motto „friss oder stirb“ unvorbereitet sowie kritik- und diskussionsfrei „bestätigen“.

diese geheimniskrämerische intransparenz kann mensch aber auch schon als kleinen vorgeschmack auf die zukünftige arbeit des hochschulrats sehen, der alle wichtigen entscheidungen der hochschule grundsätzlich in geheimnisvoller intransparenz treffen wird.

verfassungsumsetzend

dass es einen hochschulrat geben soll, hat der senat mit der verabschiedung einer verfassungsänderung inklusive der stimmen der studentischen senatorInnen ja bereits beschlossen und vielleicht klappt es ja dieses mal wieder mit den stimmen der studierenden.

der asta der uni münster findet die einsetzung des hochschulrats undemokratisch und sorgt sich um dessen reputation:

Die Einführung des Hochschulrates bedeutet faktisch das Ende der Gruppenuniversität. Der Senat wird seine eigene Entmachtung beschließen und die höchsten Rechte, welche die Universität zu vergeben hat an Menschen weitergeben über deren Kompetenz in einer breiten Öffentlichkeit niemals diskutiert wurde und aufgrund von Zurückhalten von Informationen nicht diskutiert werden konnte. Damit ist die Einsetzung des Hochschulrates ein undemokratischer Akt und damit abzulehnen. Dieses Vorgehen kann der Reputation des Hochschulrates nur schaden.

welche reputation?!

Read Full Post »

« Newer Posts