die fachschaften soziologie und politik der uni münster haben, vielleicht als belohnung für ihren kampf gegen studiengebühren, neue fachschaftsräume in institutskellern von der uni geschenkt bekommen. das angebot der uni ist natürlich nicht ganz uneigennützig, da die uni-verwaltung die baracke gerne abreissen möchte. die fachschaften wollen aber keine kellerkinder werden und damit die baracke aufgeben.
hopowatch dokumentiert die pressemitteilung der fachschaften zur potentiellen barackenbesetzung:
Wir räumen nicht, was uns gehört
Nach fünfstündiger Sitzung entschieden die Fachschaften Politikwissenschaft und Soziologie der Universität Münster, dass sie den Räumungsbefehl der Univerwaltung nicht ohne Gegenwehr hinnehmen werden.
Grundlage des Entschlusses waren maßgeblich das politische Engagement und die kulturelle Verantwortung der Fachschaften. Die Fachschaften waren sich einig, dass die Aufgabe der Baracke diesen Verantwortlichkeiten nicht gerecht werden würde. Ebenso, so die Fachschaften, sei der Mangel an selbstverwalteten und nicht kommerzialisierten Räumen in Münster nicht hinnehmbar.
Seit 1997 helfen die Fachschaften Soziologie und Politikwissenschaft in der Baracke ehrenamtlich Studierenden bei der Organisation und Durchführung ihres Studiums und organisieren, unterstützt durch unterschiedliche Gruppen vor Ort, kulturelle Veranstaltungen.
So fanden in der Vergangenheit nicht nur regionale Künstlergruppen in der Baracke Obdach, so dass sich auch Christoph Schlingensief für den Erhalt der Baracke einsetzte, sondern auch Musiker aus verschiedensten Ländern nutzten Auftritte in der Baracke als Gelegenheit, ihre Kunst einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Diese Tradition wollen die Fachschaften nicht aufgeben.
Die Fachschaften waren sich ebenso einig, dass der politische und kulturelle Reichtum der Universität die im Uni Haushalt vernachlässigbaren 1.000 Euro Mietkosten wert sein müssten.
Um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren, werden die Fachschaften Politikwissenschaft und Soziologie in den nächsten Tagen die Studierenden der Universität Münster auf den Räumungsbefehl der Uni Münster aufmerksam machen und sie „Auf die Barackaden!“ rufen. Ebenso ist bereits eine am 21. April 2008, dem Tag, an dem das Ultimatum der Universität endet, beginnende Veranstaltungsreihe geplant, Übernachtungsmöglichkeit nicht ausgeschlossen , zu der alle Künstlerinnen und Künstler Münsters eingeladen sind, mitzumachen. Diese Reihe soll den politischen Anspruch genauso untermauern wie die Vielfalt der münsteraner Kulturszene deutlich machen.
weitere infos gibt es auf den webseiten der fs politikwissenschaft und fs soziologie. die beiden fachschaften rufen alle, die mithelfen wollen die baracke zu retten dazu auf sich per E-Mail zu melden und bei der barackenrettung mitzumachen.
subkultur meets (klein)bürgerliche kultur?
ob die zahlreichen barackenkonzerte, lesungen und parties dann auch in die halle mit den vielen namen, die vorgeben irgendwas mit wissenschaft und kultur zu tun zu haben, verlegt werden? vielleicht können die beführworterInnen des prestigeprojekts mit diesem angebot noch ein paar stimmen von menschen mit anderen kulturverständnissen ziehen oder vielleicht gerade deshalb eher nicht!?
Auf der AStA-Homepage heißt es heute, man habe einen Aufschub erwirkt, um weitere „Verhandlungen“ zu führen.
Die Baracke hat nun ihr eigenes Blog: http://barackemuenster.wordpress.com/